Diagnostisches Centrum   /   Naturklinik Michelrieth

Herz 474

Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Allein an der Herzinsuffizienz, d.h. der Herzmuskelschwäche, leiden mehr als 10 Millionen Menschen in Europa, weitere 10 Millionen haben eine Herzmuskelschwäche ohne Symptome. Die Herzmuskelschwäche ist der häufigste Grund für eine Krankenhausbehandlung.

 

Woran erkennt man eine Herzinsuffizienz?

  • Abnahme der körperlichen Belastbarkeit
  • Schnelles Ermüden
  • Schwäche in den Beinen oder im Körper
  • Atemnot oder Kurzatmigkeit bei Belastung oder in Ruhe
  • Wassereinlagerungen in den Füßen und/oder Unterschenkeln
  • Schmerzen in der Brust bei Anstrengung, bei Aufregung oder in Ruhe
  • Schwindel oder Kopfschmerzen
  • Kurzzeitige Gedächtnis- oder Sprachstörungen, Schlafstörungen und nächtliches Wasserlassen

Bei 50 % der Herzinsuffizienz-Patienten liegt ein Eisenmangel vor. Durch diesen Eisenmangel ist die die mitochondriale Funktion der Herzmuskelzellen gestört, d.h. es fehlt dem Herzmuskel an Energie. Liegt dazu noch eine Anämie vor, ergibt sich zusätzlich noch ein Sauerstoffmangel, was die Energiebilanz des Herzmuskels weiter verringert. Häufig ist bei einem Eisenmagnel auch das Myoglobin verringert, der rote Farbstoff in den Muskeln, der für den Sauertofftransport in der Muskelzelle zuständig ist. Dadurch wird ebenfalls die Leistungsfähigkeit des Herzmuskels reduziert.


Die offizielle Definition des Eisenmangels heißt:

  1. Serum-Ferritin kleiner als 100 ng/ml. 
    Hier haben wir in der HG Naturklinik und der Praxis für Mikronährstoffmedizin DCMS aufgrund unserer eigenen Erfahrungen den Zielwert von Ferritin auf wenigstens 200 ng/ml angehoben.

  2. Serum-Ferritin kleiner als 300 ng/ml und gleichzeitig Transferrin-Sättigung (TfS) unter 20 %

Die Indikation für eine Eisensubstitutionstherapie ist in folgenden Fällen gegeben:

  • Patienten mit Herzinsuffizienz der Klassen 2 oder 3 mit entsprechenden Beschwerden
  • Echokardiografisch bestimmte Auswurffraktion kleiner als 40 %
  • Ausschluss einer akuten Entzündung


Liegen die Kriterien für einen Eisenmangel bei Herzinsuffizienz vor, wird eine individuelle Eiseninfusionstherapie vorgeschlagen und ggf. eingeleitet. Wirksam bei Herzinsuffizienz ist gemäß aktueller Studienlage ausschließlich die intravenöse Eiseninfusionstherapie.

Haben Sie eine Herzschwäche?


Eisenmangel nicht unterschätzen!

Ein Eisenmangel ist weltweit die häufigste Form einer Mikronährstoffunterversorgung – zwei bis vier Milliarden Menschen sind betroffen. Global sind 50 Prozent der Anämien auf einen Eisenmangel zurückzuführen. Auch in Deutschland ist ein Eisenmangel weit verbreitet - 14 Prozent der Männer und 58 Prozent der Frauen erreichen die tägliche Zufuhr an Eisen nicht, so das erschreckende Ergebnis der Nationalen Verzehrsstudie II  von 2008.

Ein Eisenmangel wird leider allzu oft verharmlost, und ein entsprechender Leistungsabfall als "normal" eingestuft. Eine Unterversorgung mit Eisen kann so jahrzehntelang unentdeckt bleiben und mit entsprechenden Symptomen wie z.B. Müdigkeit, Schwindel, Gedächtnisstörungen, psychische Befindlichkeitsstörungen etc. einhergehen - Symptome, die eigentlich völlig unnötig sind und das Leben massiv beeinträchtigen.

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