Diagnostisches Centrum   /   Naturklinik Michelrieth

Relief 474
Die erste Verwendung von Eisen in Form von gediegenem Eisen aus Meteoriten wurde 4000-3000 Jahre vor Christus bei den Ägyptern und Sumerern beschrieben. Sie verwendeten die gediegenen, d.h. nicht geschmolzenen, Erzsteine als Speer- und Pfeilspitzen oder zur Dekoration.

Das Wort Eisen stammt, so die Ansicht der meisten Gelehrten, vom keltischen Wort „isarno“ bzw. dem gotischen Wort „eisarn“ ab. Ebenso vom keltischen Wort „eira“ leitet sich der englische Begriff „iron“ ab.  Die Etymologie des lateinischen „ferrum“ ist nicht gesichert. 

Es gibt verschiedene archäologische Ansichten, wann Eisen erstmals verhüttet, d.h. geschmolzen und verarbeitet wurde, auf jeden Fall waren Pflug und Sichel aus Eisen im zweiten Jahrtausend vor Christus in Ägypten im Gebrauch.

In Europa begann die Hochzeit des Eisens im 14. Jahrhundert, als man Hochöfen baute, welche die Herstellung von Gusseisen ermöglichten. Aus Gusseisen wurden u.a. Kanonenkugeln hergestellt. Über diese breiteten sich das Gusseisen und die Hochöfen schnell über ganz Europa aus. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Verfahren entwickelt, mit denen Stahl in großen Mengen erzeugt werden konnte. 

Kaum eine Entdeckung hat die Entwicklung des Menschen so nachhaltig beeinflusst wie das Eisen. Warum? Eisen war viel härter und häufiger vorhanden als Bronze, das bis Ende des 2. Jahrtausends vor Christus als Hauptmetall verwendet wurde. Somit waren zum einen Krieger, die mit Eisenwaffen kämpften und eiserne Rüstungen hatten, ihren Gegnern weit überlegen. Zum anderen konnten für den alltäglichen Gebrauch für das Handwerk und die Landwirtschaft Werkzeuge und Gerätschaften hergestellt werden, welche nahezu alle Tätigkeiten revolutionierten, vereinfachten und effektivierten.

Diese Doppelnatur des Eisens beschrieb Plinius der Ältere, ein Feldherr und Naturwissenschaftler aus dem ersten Jahrhundert, mit folgenden Worten: "Aus den Eisengruben kommt das für den Waffenträger exzellenteste und das perverseste Geschenk. Wir pflügen mit diesem Geschenk die Erde, wir pflanzen die Sträucher, wir bearbeiten die Böden der Felder, wir bauen mit dieser Waffe Häuser, zerklopfen Steine und verwenden das Eisen auf vielfache Weise. Doch mit dem gleichen Geschenk streiten wir, führen wir Kriege und plündern; wir verwenden es nicht nur aus der Nähe, sondern lassen es über weite Strecken fliegen, aus Schießscharten, mit kräftigen Händen, als gefiederte Pfeile. …Aus all diesen Gründen trägt der Mensch die Schuld, und nicht die Natur."

Eisenmangel nicht unterschätzen!

Ein Eisenmangel ist weltweit die häufigste Form einer Mikronährstoffunterversorgung – zwei bis vier Milliarden Menschen sind betroffen. Global sind 50 Prozent der Anämien auf einen Eisenmangel zurückzuführen. Auch in Deutschland ist ein Eisenmangel weit verbreitet - 14 Prozent der Männer und 58 Prozent der Frauen erreichen die tägliche Zufuhr an Eisen nicht, so das erschreckende Ergebnis der Nationalen Verzehrsstudie II  von 2008.

Ein Eisenmangel wird leider allzu oft verharmlost, und ein entsprechender Leistungsabfall als "normal" eingestuft. Eine Unterversorgung mit Eisen kann so jahrzehntelang unentdeckt bleiben und mit entsprechenden Symptomen wie z.B. Müdigkeit, Schwindel, Gedächtnisstörungen, psychische Befindlichkeitsstörungen etc. einhergehen - Symptome, die eigentlich völlig unnötig sind und das Leben massiv beeinträchtigen.

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