Diagnostisches Centrum   /   HG Naturklinik Michelrieth

Im Eisen spiegelt sich der ewige Dualismus unseres Daseins. Einerseits ist es unentbehrlich für die Funktion aller Zellen im menschlichen Körper, auch wenn die erforderliche Menge für jedes einzelne Gewebe unterschiedlich ist. Anderseits muss sich der Körper gegen das freie Eisen, das u.a. die Bildung der so genannten freien Radikale begünstigt, verteidigen. Ein Dilemma, das die Natur durch verschiedene Wertigkeiten, Transport- und Speichermöglichkeiten elegant gelöst hat, um so das Element Eisen für normale physiologische Vorgänge verfügbar zu machen.

Eisen ist vielleicht das entscheidende Schlüsselelement im Körper, ohne das nichts funktionieren kann. Lange Zeit hat man einen Eisenmangel mit Blutarmut=Anämie gleichgesetzt, und auch heute noch sind viele Ärzte, Therapeuten, Vertreter von Krankenkassen etc. der Ansicht, ohne eine Blutarmut könne es keinen Eisenmangel geben. Das ist falsch! Ein Eisenmangel ohne Anämie ist sogar viel häufiger als mit Anämie. Man nennt das IDS = Iron Deficiency Syndrom, also Eisen-Mangel-Syndrom, mit und ohne Blutarmut. Das bedeutet, dass ein Eisenmangel viel häufiger vorkommt und behandelt werden muss, als bisher angenommen. Bei vielen gesundheitlichen Störungen und Krankheiten spielt der Eisenmangel eine wichtige Rolle. Bei den von uns untersuchten Personen, sei es mit irgendeiner gesundheitlichen Störung oder Krankheit oder im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung, stellten wir bei mehr als 80 % einen Eisenstatus  fest, der durch eine Behandlung mit einer individuell angepassten Eisensubstitutionstherapie deutlich verbessert werden konnte.


Die Hauptfunktionen des Schlüsselelements Eisen sind:

  • Transport des Sauerstoffs als Bestandteil des roten Farbstoffs Hämoglobin und im roten Muskelfarbstoff Myoglobin
  • Aktivierung zahlreicher eisenabhängiger Enzyme
  • Energiegewinnung durch Transport von Elektronen in die Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen)
  • Synthese des Erbguts (DNS
  • Weitere Stoffwechselfunktionen

 

 

Eisenmangel nicht unterschätzen!

Ein Eisenmangel ist weltweit die häufigste Form einer Mikronährstoffunterversorgung – zwei bis vier Milliarden Menschen sind betroffen. Global sind 50 Prozent der Anämien auf einen Eisenmangel zurückzuführen. Auch in Deutschland ist ein Eisenmangel weit verbreitet - 14 Prozent der Männer und 58 Prozent der Frauen erreichen die tägliche Zufuhr an Eisen nicht, so das erschreckende Ergebnis der Nationalen Verzehrsstudie II  von 2008.

Ein Eisenmangel wird leider allzu oft verharmlost, und ein entsprechender Leistungsabfall als "normal" eingestuft. Eine Unterversorgung mit Eisen kann so jahrzehntelang unentdeckt bleiben und mit entsprechenden Symptomen wie z.B. Müdigkeit, Schwindel, Gedächtnisstörungen, psychische Befindlichkeitsstörungen etc. einhergehen - Symptome, die eigentlich völlig unnötig sind und das Leben massiv beeinträchtigen.

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