Diagnostisches Centrum   /   Naturklinik Michelrieth


IDS = Iron Deficiency Syndrom, Eisenmangelsyndrom, ohne Anämie

Folgende Symptome können auf einen Eisenmangel hindeuten, selbst wenn keine Blutarmut (Anämie) vorliegt:

  • Erschöpfung
  • Müdigkeit
  • Leistungsmangel
  • Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen
  • Depressive Stimmungsschwankungen, psychische Labilität, Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen, Nackenverspannung
  • Haarausfall, Bindegewebsschwäche, Faltenbildung, brüchige Nägel, Mundwinkelrhagaden
  • Tachykardie, hoher oder niedriger Blutdruck, Atemnot bei Belastung
  • Kälteempfindlichkeit
  • Infektanfälligkeit
  • Restless-legs-Syndrom

All diese Symptome können bei Eisenmangel auftreten, lange bevor sich eine Blutarmut mit Hämoglobinabfall im Blutbild oder gar durch Blässe der Haut und Schleimhäute zeigt.

 

IDS = Iron Deficiency Syndrom, Eisenmangelsyndrom, mit Anämie

Zusätzlich zu allen Symptomen des IDS ohne Anämie kommt jetzt noch ein Hb-Abfall dazu, es kommt zu einer Blutarmut, einer Anämie. Diese ist umso ausgeprägter, je stärker und langanhaltender der Eisenmangel ist.

Der Körper versucht den Hämoglobinspiegel so lange wie möglich aufrechtzuerhalten, um die Sauerstoffversorgung und die weiteren vielfältigen Funktionen des Häms zu gewährleisten.

Müdigkeit und eingeschränkte körperliche Leistung werden mit dem Mangel an zirkulierendem Hämoglobin in Verbindung gebracht. Aber diese Erschöpfungssymptome sind weit stärker ausgeprägt, als es der eigentlichen Blutarmut entsprechen dürfte. Daher wird angenommen, dass diese Beschwerden zusätzlich durch eine Verminderung der Aktivität der eisenabhängigen Proteine und Enzyme entstehen.

Es vermehren sich die Belege dafür, dass die verringerte Aktivität der so genannten Nicht-Hämoglobin-Eiweiße und Enzyme eine schädigende Wirkung auf die Körperfunktionen haben. Das umfasst Funktionsstörungen wie Muskelkrämpfe beim Treppensteigen und Muskelschwäche, Dysphagie (Schluckstörung), schlechte Lernfähigkeit, erhöhte Infektanfälligkeit und Verhaltensstörungen.

Die Eisenmangelanämie verringert die Muskelleistung, weil diese stärker von einem anaeroben Stoffwechsel abhängig wird, einem Stoffwechsel also, der ohne Sauerstoff auskommen muss. Dieser anaerobe Stoffwechsel produziert viel weniger Energie als der aerobe mit Sauerstoff. Man geht davon aus, dass dies eher die Folge einer gestörten Funktion der eisenabhängigen Enzyme der Atmungskette in den Mitochondrien, den Kraftwerken der Zelle, ist als ein Produkt der eigentlichen Blutarmut. Dazu kommt, dass Eisen für das Myoglobin, den roten Farbstoff der Muskeln, erforderlich ist. Myoglobin ist quasi eine Energiereserve für den Muskel. Ist es in zu geringem Maß vorhanden, führt dies auch zu einer schnelleren Erschöpfbarkeit.

Ein Eisenmangel kann die Symptome einer vorhandenen Herzmuskelschwäche oder Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße verstärken. Auch die Lungenfunktion kann sich bei einer vorhandenen chronischen Lungenerkrankung verschlechtern.

Ein Fünftel der Patienten mit Eisenmangel entwickelt eine Kälteunverträglichkeit. Diese äußert sich in vasomotorischen (vegetativen) Funktionsstörungen, z.B. kalten Händen oder Füßen, allgemeinem Frösteln sowie neurologischen Schmerzzuständen (Nervenschmerzen) und Taubheit, insbesondere der Hände und Füße.

Auch wenn es nur selten vorkommt: Ein starker Eisenmangel kann zu einem erhöhten Druck im Gehirn und einem Papillenödem (Schwellung des Augennervs) führen und dadurch das klinische Bild eines Gehirntumors vortäuschen. Dieser Zustand ist aber leicht mit einer Eisentherapie aufzuheben.

Häufig wird bei Patienten mit Eisenmangel auch über Funktionsstörungen des Immunsystems berichtet; es gibt Belege, dass diese Patienten anfällig für Infekte sind oder Infekte chronisch werden können.

Kinder mit Eisenmangel können Verhaltensstörungen aufweisen. Die Entwicklung des Nervensystems ist gestört, und die Lernfähigkeit bei Schulkindern ist herabgesetzt. Der Intelligenzquotient (IQ) bei Schulkindern ist im Vergleich zu gleichaltrigen Kindern ohne Eisenmangel erheblich reduziert. Die Verhaltensstörungen können sich als ADHS (attention deficiency hyperactive syndrome) äußern. Eine weitere Schädigung des Nervensystems kann man mit einer Eisensubstitution aufhalten; die schon bestehenden Funktionsstörungen aber lassen sich nicht mehr beheben. Wichtig dabei ist, dass sich ein Eisenmangel insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern sowie im Grundschulalter negativ auswirkt. Daher sollte gerade auch bei Kleinkindern eine Untersuchung des Eisenstatus erfolgen, um bei einem Eisenmangel rechtzeitig Maßnahmen ergreifen und durch Eisenmangel bedingte spätere Schäden verhindern zu können.

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