Diagnostisches Centrum   /   HG Naturklinik Michelrieth

Müdigkeit und Erschöpfung ist ein zentrales Symptom des Eisenmangels. Oftmals kommen Patienten zu uns und sagen, sie seien ständig müde, gar nicht mehr so leistungsfähig wie früher. Morgens seien sie trotz ausreichenden Schlafes gar nicht richtig erholt. Das allein können bereits Frühsymptome eines Eisenmangels sein.

Müdigkeit ist global gesagt ein Ausdruck eines Energiemangels im Körper. Wie entsteht die Energie im Körper, in der Zelle?

Die Energiewährung des Körpers heißt ATP (Adenosintriphosphat). Ist ausreichend Sauerstoff vorhanden, entstehen bei der Verbrennung in den Kraftwerken der Zellen, den Mitochondrien, aus einem Glukose –Zuckermolekül 38 ATP. Ist nicht genügend Sauerstoff da, läuft dieser Prozess also ohne Sauerstoff ab, entstehen aus einem Glukosemolekül nur 2 ATP.

Der Sauerstoff wird durch das Hämoglobin, den roten Farbstoff in den roten Blutkörperchen, von der Lunge in die Zellen transportiert. Zur Bildung von Hämoglobin benötigt man Eisen im Zentrum des Moleküls. Hier führt zu wenig Eisen zu einem Mangel an Hämoglobin, einer Blutarmut oder Anämie. Dadurch kann nicht genügend Sauerstoff in die Zellen transportiert werden.

Den Prozess der Energiegewinnung in den Mitochondrien nennt man Atmungskette. An allen 4 Komplexen der Atmungskette sind eisenhaltige Biomoleküle beteiligt. Ist also zu wenig Eisen vorhanden, auch wenn keine Anämie vorliegt, können ggf. dennoch nicht genügend ATP gebildet werden.

Müdigkeit und eingeschränkte körperliche Leistung werden mit dem Mangel an zirkulierendem Hämoglobin in Verbindung gebracht. Aber diese Erschöpfungssymptome sind weit stärker ausgeprägt, als es der eigentlichen Blutarmut entsprechen dürfte. Daher wird angenommen, dass diese Beschwerden zusätzlich durch eine Verminderung der Aktivität der eisenabhängigen Proteine und Enzyme entstehen.

Es vermehren sich die Belege dafür, dass die verringerte Aktivität der so genannten Nicht-Hämoglobin-Eiweiße und Enzyme eine schädigende Wirkung auf die Körperfunktionen ausübt. Diese umfasst Funktionsstörungen wie Muskelkrämpfe beim Treppensteigen und Muskelschwäche, Dysphagie (Schluckstörung), schlechte Lernfähigkeit, erhöhte Infektanfälligkeit und Verhaltensstörungen.

Die Eisenmangelanämie verringert die Muskelleistung, weil diese stärker von einem anaeroben Stoffwechsel abhängig wird, einem Stoffwechsel also, der ohne Sauerstoff auskommen muss. Dieser anaerobe Stoffwechsel produziert viel weniger Energie als der aerobe mit Sauerstoff. Man geht davon aus, dass dieser Energiemangel eher die Folge einer gestörten Funktion der eisenabhängigen Enzyme der Atmungskette in den Mitochondrien ist als ein Produkt der eigentlichen Blutarmut.

Einen ersten Hinweis auf einen Eisenmangel kann bereits die Bestimmung eines kleinen Blutbildes und des Ferritinwertes geben. Sind die entsprechenden Werte zu niedrig, liegt höchstwahrscheinlich ein Eisenmangel vor - die Basis einer eventuellen Eisenmangel-Therapie. Fühlen Sie sich oft müde?

Eisenmangel nicht unterschätzen!

Ein Eisenmangel ist weltweit die häufigste Form einer Mikronährstoffunterversorgung – zwei bis vier Milliarden Menschen sind betroffen. Global sind 50 Prozent der Anämien auf einen Eisenmangel zurückzuführen. Auch in Deutschland ist ein Eisenmangel weit verbreitet - 14 Prozent der Männer und 58 Prozent der Frauen erreichen die tägliche Zufuhr an Eisen nicht, so das erschreckende Ergebnis der Nationalen Verzehrsstudie II  von 2008.

Ein Eisenmangel wird leider allzu oft verharmlost, und ein entsprechender Leistungsabfall als "normal" eingestuft. Eine Unterversorgung mit Eisen kann so jahrzehntelang unentdeckt bleiben und mit entsprechenden Symptomen wie z.B. Müdigkeit, Schwindel, Gedächtnisstörungen, psychische Befindlichkeitsstörungen etc. einhergehen - Symptome, die eigentlich völlig unnötig sind und das Leben massiv beeinträchtigen.

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