Diagnostisches Centrum   /   HG Naturklinik Michelrieth

In einer brasilianischen Fachzeitung wurde ein Übersichtsartikel publiziert, der sich mit dem Thema Eisenmangel bei Krebspatienten beschäftigte. Eine Anämie ist eine häufige Komplikation bei Tumorpatienten. 67 Prozent der Patienten mit Chemotherapie entwickeln eine Eisenmangelanämie. Bei Tumorpatienten ist ein Eisenmangel hauptsächlich funktioneller Natur. Bei Vorliegen eines entzündlichen Prozesses im Vergleich zu normalen Stoffwechselverhältnissen ist die Eisenverfügbarkeit um mehr als die Hälfte reduziert. Hierfür sind hauptsächlich proentzündliche Zytokine verantwortlich, die zu einer Erhöhung der Hepcidinkonzentration führen. Krebspatienten können also leicht einen Mangel an bioverfügbaren Eisen entwickeln. Eine orale Eisentherapie ist bei Krebspatienten nicht sinnvoll, da über 95 Prozent des Eisens mit dem Stuhl wieder ausgeschieden werden. Eine intravenöse Eisentherapie ist also bei Krebspatienten die geeignete Form einer Eisensupplementierung. Bei frühzeitiger Anwendung von Eiseninfusionen vor Darmkrebsoperationen können sogar Bluttransfusionen eingespart werden, und der Klinikaufenthalt kann häufig verkürzt werden.

Referenz:
Flávio Augusto Naoum: Iron deficiency in cancer patients; Rev Bras Hematol Hemoter. 2016 Oct-Dec; 38(4): 325–330.

 

 

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