Wissenschaftler aus dem Iran publizierten einen Fachartikel über eine Fallkontrollstudie, an der 80 Patienten mit Eisenmangelanämie und 160 Personen mit Anämie ohne Eisenmangel teilnahmen. Das Durchschnittsalter der Studienteilnehmer war 72 Jahre. Bei den Probanden mit Eisenmangelanämie war die Ferritinkonzentration im Serum signifikant niedriger als bei den Patienten ohne Eisenmangelanämie. Dabei erwies sich eine Ferrtinkonzentration von 100 ng/ ml als der Richtwert, unter dem recht zuverlässig eine Eisenmangelanämie diagnostiziert werden konnte. Man kann davon ausgehen, dass bei älteren Menschen sich eine Eisenmangelanämie bei höheren Ferritinwerten entwickelt als bei jungen Menschen.

Ferritin ist auch ein Akutphasenprotein, das typischerweise bei zahlreichen chronischen Erkrankungen mit Entzündungscharakter ansteigt. Von diesen Erkrankungen sind ältere Menschen wesentlich häufiger betroffen als jüngere.

Referenz:
Mansour Babaei, Sajedeh Shafiei et al.: Ability of serum ferritin to diagnose iron deficiency anemia in an elderly cohort; Rev Bras Hematol Hemoter. 2017 Jul-Sep; 39(3): 223–228.