Diagnostisches Centrum  

Adipositas 474

Wissenschaftler aus Brasilien publizierten einen Fachartikel über die Besonderheiten des Eisenstoffwechsels beim metabolischen Syndrom. Ungefähr ein Viertel der Weltbevölkerung leidet unter einem metabolischen Syndrom, ca. 15 Prozent dieser Patienten zeigt erhöhte Ferritinkonzentrationen.

Die brasilianischen Wissenschaftler untersuchten 94 MS- Patienten und fanden bei 27,7 Prozent der Studienteilnehmer erhöhte Ferritinkonzentrationen. Bei diesen Patienten war auch die Hepcidin-Konzentration erhöht, was ein Hinweis dafür ist, dass die Synthese dieses Hormons nicht beeinträchtigt ist und auch auf die Eisenspeicherung reagiert.

Bei erhöhten Ferritinkonzentrationen besteht natürlich prinzipiell der Verdacht auf eine Eisenspeicherkrankheit. Bei der Hämochromatose ist in der Regel die Tranferrinsättigung erhöht, während bei erhöhten Ferritinkonzentrationen im Rahmen eines metabolischen Syndroms die Transferrinsättigung normalerweise noch im Normbereich liegt. Eine genetische Untersuchung auf Hämochromatose muss nur bei den Patienten erfolgen, die niedrige Hepcidinspiegel aufweisen und oder eine erhöhte Transferrinsättigung.

Referenz:
Rauber MR, Pilger DA et al.: Hepcidin is a useful biomarker to evaluate hyperferritinemia associated with metabolic syndrome; An Acad Bras Cienc. 2019 May 13;91(2):e20180286. doi: 10.1590/0001-3765201920180286.

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